Funktionsweisen


Grundsätzlich werden die Schreibmaschinen nach Ihrer Konstruktionsart unterschieden.

Anhand folgender Merkmale wird diese Unterscheidung vorgenommen:


1. Art der Typenträger

2. Anschlagpositionen der Typenträger auf der Schreibwalze

3. Auswahl der Zeichen ( Tastatur oder Einstellskala )


Typenhebelschreibmaschinen mit Vorderanschlag

Am bekanntesten ist die Konstruktionsvariante nach der Wagner`schen Underwood mit dem sogenannten "Vorderanschlag" und der Standardtastatur. Bei der Vorderanschlagmaschine gelangt die Type, welche am äußeren Ende des Typenhebels verlötet ist, an der Vorderseite der Walze auf dem Papier zum Abdruck:


Bis auf wenige Ausnahmen ist mit dieser Ausführung die sofortige Lesbarkeit der Schrift gewährleistet.

Typenhebelschreibmaschinen mit Vorderanschlag und Standardtastatur,
Merz Nr.1




Typenhebelschreibmaschine mit Unteranschlag

Um das Geschriebene bei dieser Funktionsweise lesbar zu machen, muß die Schreibwalze hochgeklappt werden, denn der Typenanschlag erfolgt auf der Unterseite der Walze:


Das Prinzip des Unteranschlages ist nach dem Vorderanschlag die zweitwichtigste Funktionsweise; sie war Stand der Technik vom Anbeginn der industriellen Fertigung der Schreibmaschinen bis zu dem Zeitpunkt, ab welchem der Vorderanschlag eingeführt wurde.

Typenhebelschreibmaschine mit Unteranschlag und Standardtastatur,
Remington Nr.7




Typenhebelschreibmaschinen mit Oberanschlag

Bei diesen Schreibmaschinen stehen die Typenhebel aufrecht vor der Schreibwalze und senken sich bei Betätigung der Taste auf die Oberseite der Schreibwalze:


Mit dieser Funktionsvariante kam man der sofort sichtbaren Schrift schon sehr nahe, doch verstellten die aufrecht vor der Schreibwalze stehenden Typenhebel teilweise die Sicht auf den geschriebenen Text.

Typenhebelschreibmaschine mit Oberanschlag von vorne und Volltastatur,
Bar- Lock Nr. 6

Typenhebelschreibmaschine mit Oberanschlag von hinten und Universaltastatur,
North`s



Typenzylinderschreibmaschine mit Oberanschlag und Einstellskala

Bei diesen Schreibmaschinen schlägt bei Druck auf den Einstellhebel ein Typenzylinder von oben auf die Schreibwalze:


Da die Anschlagstelle nicht durch ein Farbband verdeckt ist, erzielt man auch mit dieser Lösung eine fast vollständige Sichtbarkeit der Schrift.
Die Einfärbung erfolgt durch ein getränktes Farbröllchen, welches sich seinerseits am Typenträger abrollt.

Typenzylinderschreibmaschine mit Oberanschlag und Einstellskala,
Edelmann




Typenstabschreibmaschine mit Vorderanschlag und Universaltastatur

Bei Druck auf die Taste wird ein Typenstab waagerecht in Richtung Schreibwalze geschoben:


Der unbestrittene Vorteil dieser Konstruktionsweise ist die flache Bauform der Schreibmaschine.
Durch eine Farbbandführung, welche das Farbband in Leerstellung weit von der Schreibwalze abrückt, ist die Sichtbarkeit des Geschriebenen gewährleistet.

Typenstabschreibmaschine mit Vorderanschlag und Universaltastatur,
Adler Nr. 7






Typenhebelschreibmaschine mit Oberanschlag und Universaltastatur

Vergleichbar mit der Sprungbahn eines Grashüpfers bewegt sich bei dieser Maschine die Type vom Farbkissen zur Walze:


Diese einzigartige Konstruktion macht diese Maschine zu einem außerordentlich interessanten Studienobjekt.

Typenhebelschreibmaschine mit Oberanschlag und Universaltastatur,
Williams Nr. 1





Indexschreibmaschine

Bei Indexmaschinen handelt es sich um Schreibmaschinen ohne einzelne Buchstabentasten. Hier sind die Buchstaben auf einer kreisförmigen, gebogenen oder rechteckigen Trägerplatte aufgedruckt. Die Auswahl der Buchstaben erfolgt bei Kreisindexmaschinen über das Drehen der Scheibe beziehungsweise über das Einstellen eines Auswahlzeigers bei der geraden oder gebogenen Buchstabenskala. Aufgrund der einfachen Mechanik findet sich bei allen Indexmaschinen ein gemeinsames Trägermedium für die Typen (siehe: Edelmann).
Es sind keine Indexmaschinen mit Typenhebeln bekannt.

Kreisindexmaschine,
Liliput
Übersicht:
Klassifizierung

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